Die Statistik zeigt, dass der Bevölkerungsrückgang nur durch Zuzug gestoppt werden kann: 2015 und 2022 zogen aufgrund der Flüchtlingskrise und des Ukrainekrieg besonders viele Menschen nach Guben.
In Guben geht der Stadtumbau weiter. Derzeit lässt die GuWo zwei Wohnblöcke in der Gerhart-Hauptmann-Straße und einen in der Dr. Külz-Straße abreißen. Anschließend ziehen die Abrisskräne weiter, denn bis Ende 2027 müssen fünf weitere Häuser zurückgebaut werden. Der Grund dafür: Der Leerstand ist zu hoch und verursacht hohe Kosten.
Zwar sind in den vergangenen Jahren viele Menschen neu in die Stadt gezogen. 2025 gab es 141 mehr Zuzüge als Wegzüge. Dennoch sinkt die Bevölkerungszahl von Guben weiter. Das liegt an der Altersstruktur und am demografischen Wandel. Da in Guben viele ältere Menschen leben, gibt es jedes Jahr deutlich mehr Todesfälle als Geburten. 2025 starben 384 Menschen, aber nur 43 Babys erblickten das Licht der Welt. 2020 sank die Einwohnerzahl unter die Marke 17.000, fünf Jahre später bereits unter 16.000. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn in Guben weniger Menschen leben, braucht die Stadt weniger Wohnraum.
Die Leerstandquote bei der Gubener Wohnungsgesellschaft lag zuletzt bei durchschnittlich 25 Prozent. Damit einher gehen hohe Kosten: pro leerstehender Wohnung sind das etwa 1.000 Euro, dazu kommen die fehlenden Mieteinnahmen. Zuletzt lagen die Leerstandskosten für die GuWo bei ca 900.000 Euro jährlich. Dieses Geld fehlt für Investitionen an anderer Stelle. „Daher wollen wir die Leerstandquote deutlich senken“, so GuWo-Geschäftsführer Dr. Martin Reiher.
Für den Rückbau von Wohnhäusern stehen Förderprogramme des Bundes zur Verfügung. Und was passiert mit den freiwerdenden Flächen? In den meisten Fällen entsteht neuer Raum für Natur, werden Grünflächen angelegt und bepflanzt. Denkbar ist aber auch eine weitere Option, so Dr. Martin Reiher: „Wir können uns durchaus vorstellen, dass an einigen der Freiflächen wieder Wohnraum entsteht. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Eigenheimstandorten. Daher prüfen wir in enger Abstimmung mit der Stadt, ob und wo die Ausweisung von Baugebieten möglich ist.“
Da hinter jedem Abriss immer auch Einzelschicksale stehen von Menschen, die ungeplant umziehen müssen, unterstützt die GuWo sie bestmöglich: Dazu gehört die frühzeitige Information über den Abriss, in der Regel zwei Jahre im Voraus. Außerdem hilft die GuWo bei der Suche nach einer neuen Wohnung in ihrem Bestand. Ziehen die betroffenen Mieter wieder in eine GuWo-Wohnung, übernimmt die Wohnungsgesellschaft die Umzugskosten.
Abriss 2026/2027
- Gerhart-Hauptmann-Str. 1-9, 21-35 und 52-58
- Dr.-Külz-Str. 1-5 und 7-13
- Hugo-Jentsch-Str. 26-36
- Brandenburger Ring 44-46
Ansprechpartner für die Freilenkung
- Anja Benke – Tel.: 03561 400-315
- Alexander Klotzovski – Tel: 03561 400-312